Neuhof, Bopath ist 14 Jahre alt, und Jayindee 13. Beide haben Leukämie, helfen kann ihnen nur eine Knochenmarktransplantion. Aber die OP kostet je 75.000 Euro. Das Geld kann eine arme Familie in Sri Lanka niemals allein aufbringen. Die Kinderhilfe Sri Lanka aus Neuhof beteiligt sich an den Kosten mit je 15.000 Euro. Das erfuhren die Mitglieder jetzt auf ihrer Versammlung in Neuhof. Der Verein hat im letzten Jahr insgesamt 70.000 Euro überwiesen. Die Kinderhilfe unterhält in Sri Lanka sieben eigene Kindergärten mit 400 Kindern und bezahlt das Gehalt für 30 Kindergärtnerinnen. Außerdem schickte der Verein einen Schiffscontainer mit Krankenhausbetten auf die Reise. Und auch wenn es unwichtig klingt: wenn am Bahnhof eine öffentliche Toilette fehlt, dann kann die Kinderhilfe Sri Lanka ebenfalls erfolgreich tätig sein.
„Das ist Hilfe, die ankommt“, sagte erster Vorsitzender Joachim Teiser. Bei den Wahlen wurde der Vorstand erneut komplett wiedergewählt: Joachim Teiser (1. Vorsitzender), Ivor Vancuylenburg (2. Vorsitzender), Silvia Ritter (Kassiererin), Beate Jürissen (Schriftführerin), Michael Pörtner (Pressesprecher), als Kassenprüfer Manfred Storch, Michael Fink. Bei der Mitgliederversammlung blickte der Verein auf das letzte Jahr zurück. In Sri Lanka wurde das 36. Jahr des Bestehens mit einem großen Fest gefeiert. Das besondere: die Kinder der ersten Jahrgänge sind inzwischen selbst erwachsen. Anlässlich der Feier luden sie 100 arme Menschen aus dem Dorf zum Essen ein. Erster Vorsitzender Teiser: „Das ist echte Hilfe zur Selbsthilfe“. Kleine Randnotiz: bei der Feier waren buddhistische Priester als Ehrengäste eingeladen, einer der jungen buddhistischen Mönche ist selbst in den Kindergärten der Kinderhilfe gegangenen. Die Kinderhilfe ist inzwischen in 36 Dörfern tätig, Hauptorte sind Kekirawa und Mihintale. Das besondere ist, dass sich die Pateneltern auf touristischen Reisen nach Sri Lanka selbst davon überzeugen können, was mit den Hilfsgeldern gemacht wird.
Der Verein hat in letzten Jahr Spenden in Höhe von 35.000 Euro bekommen. Größere Einzelspenden waren beispielsweise anlässlich einer Geburtstagsfeier oder Beerdigung, von den Nikolaus-Auftritten der Kirmestanzgruppe Flieden oder aus dem Erlös beim Bornfelder Weihnachtsmarkt. An Mitgliedsbeiträgen kamen weitere 40.000 Euro zusammen. Davon werden die 30 Kindergärtnerinnen mit monatlich 1.800 Euro bezahlt, außerdem Schulbücher für 4.500 Euro, der Schiffscontainer mit 2.200 Euro Frachtkosten und die öffentliche Toilette mit 2.800 Euro. Einer armen Familie, die von den schweren Überschwemmungen Ende letzten Jahres betroffen war, half der Verein finanziell beim Bau eines neuen Wohnhauses. Mitbegründer und Zweiter Vorsitzende Ivor Vancuylenburg, der selbst aus Sri Lanka stammt und seit über 30 Jahren in Großenlüder wohnt, sagte: „Ich danke aus ganzem Herzen für das, was der Verein im vergangenen Jahr alles geschafft hat.“
Der Verein zählt aktuell 418 Mitglieder. Wie alle Vereine hat auch die Kinderhilfe mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Um gegenzusteuern, hat der Verein seine Broschüre neu aufgelegt und möchte verstärkt Werbung machen. Kassiererin Silvia Ritter beklagte die überbordende Bürokratie in der Vereinsarbeit. Dringend gesucht werden deshalb Ehrenamtliche, die den Vorstand bei einzelnen Projekten punktuell unterstützen, etwa Tabellen zu erstellen und Adressen herauszufinden.
Kontaktadressen:
Erster Vorsitzender
Joachim Teiser
(06655) 96090
Zweiter Vorsitzender:
Ivor VanCuylenburg
Tel. (0151) 20090449
